Stellungnahme der 9Raben zum Zukunftsplan Rostock, Kleingärten (16.9.2018)


 

Wir setzen uns ein für eine offene, tolerante Gesellschaft, in der Menschen und Umwelt gleichermaßen geachtet und respektiert werden. Dieses Selbstverständnis auch nach außen zu kommunizieren ist uns wichtig. Insbesondere mit Ausstellungen, Vorträgen, Lesungen, Musik und Theater bieten wir, neben der Mosterei, Raum für kulturelle und politische Diskussion.

 

In diesem Jahr können Sie sich durch eine Ausstellung über das Apfeldorf Mals in Südtirol informieren, das sich in einer Volksabstimmung zur pestizidfreien Region erklärt hat. Bei einigen Keltereiaktionen lesen wir aus Christa Wolfs Erzählung Sommerstück - eine nur für einen "Jahrhundertsommer" realisierte Utopie von gemeinschaftlichem, naturnahem Leben auf einem mecklenburgischen Dorf.

 

Um Gleichberechtigung innerhalb des Unternehmens zu erreichen, haben wir uns für eine Genossenschaft als solidarische Wirtschaftsform entschieden. Damit auch leisere Stimmen nicht überhört werden, entscheiden wir im Konsens. Alle Entscheidungen müssen von allen zumindest mitgetragen werden können. So sind wir alle gemeinsam dafür verantwortlich, grundlegende Entscheidungen der Genossenschaft zu treffen.

 

Prinzipiell gilt bei uns gleicher Lohn für Alle. Wir zahlen für jede geleistete Arbeitsstunde einen Lohn von brutto 14,50.-/Stunde (Honorarverträge: 17.-/Stunde) in 2015 unabhängig von der Tätigkeit. Zusätzlich pressen wir Saft für den Eigenbedarf. Gewinnbeteiligung für die, die mitarbeiten und die Investoren nach dem Prinzip: Arbeit und Kapital gleichwertig behandeln. Preisbildung, Löhne oder auch Gewinne machen wir öffentlich. So kann jede*r nachvollziehen, was wir tun und selbst einschätzen ob es angemessen ist oder nicht.

 

Wir wünschen uns kurze Handelsketten. Direkte Beziehungen zwischen Produzent*innen, Konsument*innen und Verarbeiter*innen sparen Zeit, Wege und Geld. Konkret können Kund*innen der Kollektiv 9Raben eG die Handelsspanne noch verkürzen, indem sie selbst mit Hand anlegen. Bei einigen Arbeiten kann unkompliziert geholfen werden, bei anderen nach genauerer Einweisung.

 


Soli-Erklärung für die Siedlungen La ZAD, Notre-Dame-des-Landes bei Nantes (eMail vom 2.5.2018):

Hiermit möchte ich Euch bekannt geben, dass sowohl unser Genosssenschaftskollektiv 9Raben, ein selbstbestimmtes politisches Saftkollektiv in Rostock und Umgebung, wie auch die Feldrandkultur e.V., ein selbstbestimmtes Projekt zur Produktion von frischem Gemüse auf gemeinschaftlicher Basis, ebenfalls mit Eurem Kampf um den Erhalt der Projekte auf einem ehemaligen Militärflughafen solidarisiert und völlig hinter Euren Kämpfen und Auseinandersetzung mit der Staatsgewalt stehen. Wir wünschen Euch viel Glück, Durchhaltevermögen, Mut und auch stets Zuversicht und hoffen, dass unser solidarisches Miteinander den Rücken Euch so stärkt, dass Ihr letztlich gewinnt und Euch durchsetzt. In Gedanken sind wir bei Euch, und wenn jemand von uns mal nach Südfrankreich [bzw. in die Bretagne] fährt, wird er sicherlich bei Euch vorbei kommen. Leider kann ich kein Französisch, aber ich hoffe, Ihr versteht den Text trotzdem.

 

Alles Gute und herzliche Grüße
Euer Ernst-Ludwig (Elu), Mitglied in beiden Kollektiven.


 

Außerdem hat Johannes 3 Kommentare geschrieben zu "hart aber fair", Sendung vom 7.5.2018 zum Thema "Der Club der Reichen - wie viel Ungleichheit verträgt das Land?" Dazu wollen wir als kleine Genossenschaft eine Alternative entwickeln. S. "Kollektiv".